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„Auswirkungen des Typfastens nach Moll in Verbindung mit körperlicher Belastung
auf den menschlichen Organismus“
im Rahmen der DIPLOMARBEIT von Julia Böttner
(Studentin der Johannes-Gutenberg-Universität MAINZ - Fachbereich SPORT)
Untersuchungsort: Fastenwanderzentrum Birkhalde, Birkhaldenstr. 29, 72172 Sulz a. N.(Schwarzwald)
Leitung: Dipl.oec.troph. Ralf Moll
Untersuchte Fastenwandergruppe: 14.08. – 20.08. 2005
Zusammenfassung (Gesamtumfang der Studie: 160 Seiten) Einleitung „Das
Fasten ist so alt wie die Völker der Erde“ (Otto Buchinger). Seit jeher wurde das Fasten zum einen zur Heilung und zum anderen aus kultischen oder religiösen Gründen betrieben. Das Heilfasten ringt jedoch noch heute
um seine Anerkennung in der Hochschulmedizin, obwohl bereits einige positive Auswirkungen auf den Gesundheitszustand des Menschen wissenschaftlich nachgewiesen werden konnten.
Gerade in der heutigen
Gesellschaft, in der sich die gesundheitliche Situation immer schwieriger darstellt, da viele Krankheiten und Leiden durch falsche Ernährung und Bewegungsmangel verursacht werden, beginnt sich eine Bewegung zu
entwickeln. Deren Ziel ist es, die Gesundheit der Menschen zu schützen bzw. Heilung zu erlangen. Heilfasten und Bewegung in Kombination ist daher von großer Bedeutung, weil die Behandlung des Ernährungsproblems
allein oft nicht ausreichend ist um die erforderlichen Erfolge zu erlangen. Der Sport stellt dabei eine wichtige unterstützende Komponente dar. Bisher werden in der Literatur zahlreiche Angaben über die Wirkungen
des Fastens an sich gemacht, jedoch wird dabei der Bewegung noch zu wenig Beachtung geschenkt. Doch um das Gesundheitsproblem der heutigen Gesellschaft zu „lösen“, bedarf es einer ausgewogenen Kombination beider.
Aus dieser unzureichenden Erkenntnis über die Auswirkungen des zeitgleichen Gebrauchs beider Methoden entwickelte sich die Fragestellung der hier vorliegenden Arbeit.
Bei dem typgerechten Fastenwandern, entwickelt von Dipl.oec.troph. Ralf Moll handelt es sich um eine weiterentwickelte Form der bisherigen Fastenformen. Hierbei wird zunächst einmal die
Konstitution des einzelnen berücksichtigt. Daraufhin wird die entsprechend individuell optimale Fastenart - Säfte-, Früchte- oder Suppenfasten – gewählt, jeweils kombiniert mit einem umfangreichen,
ganzheitlichen Entgiftungsprogramm und Bewegung in der Natur.
Fragestellung Zu welchen Veränderungen des Stoffwechsels und der Körperzusammensetzung kommt es innerhalb von fünf Tagen durch die Kombination des Typ-Fastens mit körperlicher Betätigung?
Material und Methode Eine heterogene Fastenswandergruppe von zwölf Personen, weiblichen und männlichen Geschlechts, wurde in dieser statistisch-empirischen Studie
zur Untersuchung herangezogen und auf die Wirksamkeit des Fastenwanderns hin überprüft. Um Aussagen über die Auswirkungen des Fastenwanderns treffen zu können soll untersucht werden, ob es innerhalb der fünf-tägigen
Typ-Fastenwanderwoche bei mindestens einem Parameter, d.h. im Kohlenhydrat-, Eiweiß- oder Fettstoffwechsel, im Mineralhaushalt, beim Blutdruck, Puls, Körpergewicht oder der Körperzusammensetzung zu Veränderungen
kommt.
Alle Probanden, der von Fastenleiter Ralf Moll geführten, kontrollierten und randomisierten Studie, nahmen an einer Fastenwandertherapie von einer Dauer von
fünf Tagen teil. (2 Entlastungstage, 5 Fastentage, 2 Aufbautage).Die Patienten befolgten einen strikten Fasten- und Bewegungsplan (500-600 kcal; mind. 3L Flüssigkeit/Tag; Gymnastik- und Wanderprogramm
(ca. 3 Std./Tag mit durchschnittl. Energieverbrauch von 375 kcal/Std.)). Sowohl vor Beginn der Fastenwandertherapie als auch nach Abschluss der eigentlichen Therapiephase und vier Wochen nach Ende der
Fastenwanderung wurden die zur Beantwortung der Fragestellung erforderlichen Daten erfasst. Als Untersuchungs-parameter wurden aus dem Blut die Glukose (zur Beurteilung des Kohlenhydratstoffwechsels), Gesamt-
Cholesterin, HDL-Wert, LDL-Wert, HDL-LDL-Quotient und Trigyzeride (zur Beurteilung des Fettstoffwechsels), Gesamteiweiß, Kreatinin, Harnsäure und Harnstoff (zur Beurteilung des Eiweißstoffwechsels) und die
Mineralstoffe Natrium, Kalium und Calcium gewählt. Des Weiteren erfolgte die Bestimmung anthropometrischer Parameter (Körperlänge, Körpergewicht, Body-Mass-Index und Körperfettanteil in %) und hämodynamischer
Parameter (Blutdruck, Puls).
Die Datenanalyse erfolgte mit dem Statistikprogramm SPSS (12.0 for windows student Version) über
die deskriptive Statistik und t-Tests bei gepaarten Stichproben.
Ergebnisse
Alle zwölf Probanden im Alter von 43 bis 66 Jahre wurden eingeschlossen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung zeigten, dass sich, trotz der kleinen Stichprobe, für das Körpergewicht, den diastolischen Blutdruck, den Körperfettanteil, den BMI, das Gesamteiweiß, das Gesamtcholesterin, das LDL-Cholesterin, den LDL-/ HDL-Quotienten, die Harnsäure, den Harnstoff, die Glukose und die Mineralstoffe Natrium, Kalium und Calcium signifikante positive Veränderungen ergaben. Das Körpergewicht nahm signifikant bis zu 4,6 kg ab. Der BMI verringerte sich um Werte von 0,6-1,4 und am Ende der Typ-Fastenwanderperiode wies der Körperfettanteil einen im Vergleich zum Ausgangswert niedrigeren Wert von bis zu 1,1% auf. Weiterhin gingen folgende Serum- und Lipo-proteinlipide zurück. Das Cholesterin (-5 bis 41 mg/dl) und das LDL-Cholesterin bis zu 54 mg/dl). Während der Typ-Fastenwanderperiode vollzog sich eine Senkung von bis zu 21mmHg des diastolischen Blutdrucks. Weiterhin nahm die Konzentration des Blutzuckers um bis zu 52 mg/dl ab. Die Gesamteiweiß-konzentration im Blut stieg signifikant um mindestens 0,5 g/l bis maximal 5,9 g/l an. Auch die Harnsäure-konzentration lag am Ende der Typ-Fastenwanderung um maximal 6,2mg/dl höher als zu Beginn. Dagegen nahm die Harnstoffkonzentration ab (max. um 11 mg/dl). Die Mineralstoffe zeigten durch das Typ-Fastenwandern folgende Veränderungen: Rückgang der Natriumionenkonzentration zwischen 0-9 mmol/l; deutlicher Anstieg der Kaliumionen-konzentration (bis zu 8,16 mmol/l); geringfügiger Calcium-Anstieg von maximal 0,11mmol/l. Für die übrigen Merkmale, d.h. systolischer Blutdruck, Puls, HDL-Cholesterin, Triglyzeride und Kreatinin ließen sich keine signifikanten Veränderungen nachweisen.
Anmerkung Die Harnsäure steigt im Blut an, da sie im Fasten verstärkt aus Gelenken, Bindegewebe und Haut ausgeschieden wird. Diese Erhöhung ist positiv und drückt die
Entsäuerung im Fasten aus, sie wird über die Nieren einfach ausgeschieden.
Schlussfolgerung Bereits ein kurzzeitiges Typ-Fastenwandern übt einen positiven Effekt
auf die Veränderung bestimmter Merkmale des Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsels sowie auf die Mineralstoffe, auf anthropometrische und hämodynamische Parameter aus. Der befürchtete Eiweißabbau konnte nicht
festgestellt werden. Ferner kann man anhand der Veränderungen bestimmter Parameter davon ausgehen, dass das Fastenwandern im Hinblick auf die Behandlung des metabolischen Syndroms positiv wirksam ist und zur
Verbesserung der Symptome führt. Einmal bis zweimal jährlich Typfasten nach Moll stellt eine hervorragende Prophylaxe bei Herz-, Kreislauferkrankungen, zur Gewichtsabnahme und zur Regulation des Säure-Basen-Haushaltes dar.
Wir danken der Praxis Dr. in der Stroth in Glatt für die Unterstützung bei der Durchführung der Fastenstudie.
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